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Leitung:
Christof Arn, Jean-Paul Munsch

Tages-Workshop für Bildungspersonen zu neuen Wegen im Umgang mit Qualitätsmanagement
Agile Qualitätsentwicklung

Qualitätsmanagement als Kulturentwicklung

Reporting, Kennzahlen, Zielvereinbarungen, Mitarbeiter*innen-Gespräche nach vorgegebenem Standard, Evaluationen, Budgets, Zertifizierungen, Berichte, Legitimierungen, Projektaufträge und -dokumentationen, …: Der Aufwand rund um Aktivitäten, die im engeren oder weiteren Sinn mit Qualitätsmanagement assoziiert sind, ist beachtlich. Nun melden Fachleute zunehmend Zweifel an deren Sinnhaftigkeit und Wirksamkeit – auch wenn klar ist, dass ursprünglich gute Absichten dahinter standen:

  • Bisweilen entsteht der Eindruck, die Menge der in Evaluationen gesammelten Daten stehe in einem schlechten Verhältnis zur Wirkung.
  • «Beratungsfirmen wie Accenture, die Zürcher Kantonalbank oder Software­firmen wie Adobe haben Jahresend­gespräche und Mitarbeiterbenotungen abgeschafft», schreibt die Handelszeitung. (Offenbar auch die kantonale Verwaltung in Zürich.)
  • Der Ökonom Holger Herz, Professor an der Universität Fribourg, zeigt, dass Anreiz- und Kontrollsysteme («transactional methods») bei komplexen Aufgaben nicht funktional sind (und auch kontraproduktiv sein können).
  • Auch bei Evaluationen werden Negativwirkungen
  • Die eingeleiteten Q-Massnahmen scheinen öfter nicht in entsprechenden Veränderungen zu münden, also nicht in einen Lern- und Entwicklungszyklus eingeführt zu werden, weil die Zeit fehlt, der Sinn auf dem Weg verloren ging – bzw. weil in der Regel nur lineare, keine agilen Formen des Umgangs mit eingeleiteten Q-Massnahmen in ihrem weiteren Verlauf vorgesehen sind.

Solche und ähnliche Beobachtungen und Einschätzungen haben zu einigen spannenden aktuellen Theorien und Ansätzen für Qualitätsentwicklung geführt. In diesem Workshop erarbeiten die Teilnehmenden konkrete Lösungsideen für ihre eigene Situation. Diese konkreten Lösungen sollen zwei Gegebenheiten berücksichtigen:

  • Typischerweise sind gewisse formalen Qualitätsmassnahmen vorgegeben.
  • Davon zu unterscheiden ist das eigene und organisationale Interesse, gemeinsam gute Arbeit zu leisten, eigene Lern- und Entwicklungsprozesse produktiv steuern zu können und die Mitarbeitenden bzw. die gesamte Organisation zu unterstützen.

Die Teilnehmenden erhalten im Voraus Zugang zu relevanter, ausgewählter Fachliteratur und interessanten Beispielen. Im Präsenzworkshop werden unter kundiger Leitung und Moderation konkrete Lösungen entwickelt, ihre fachlicher Begründung gestärkt und Kommunikationsstrategien gegenüber den Stakeholdern werden skizziert.

Durch die partizipative Arbeit in der Gruppe entwickeln die Teilnehmenden über die eigenen Lösungsperspektiven hinaus auch generalisierbares Wissen über agile Qualitätsentwicklung und damit einen Fundus, um auch nächste Herausforderungen rund um Qualität und Legitimation gut meistern zu können.

Ziele

  • die TN gewinnen Klarheit über einen sinnstiftenden und agilen QM-Prozess im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten
  • die TN gewinnen Klarheit über die nächste produktive Aktion im Zusammenhang mit QM in ihrem eigenen Aufgabenbereich
  • die TN gewinnen Klarheit über ihre Rolle im QM-Prozess – und allenfalls Out-of-the-Box-Ideen für deren agile Ausgestaltung.

Anmeldung:
jean-paul.munsch@hfab.ch