Eben habe ich mich mit Lars Mecklenburg im Hackbart’s in Berlin getroffen. Gute Kuchenauswahl. Lars Mecklenburg ist Mitautor des Buchs «Wege zu einer zeitgemässen Prüfungskultur» und unterrichtet auf der Unterstufe. Klar, er macht einiges anders, hat grosse Teile des Churer Modells realisiert, bevor wer das Churer Modell kannte, hat die soziale Struktur «Wochenpartner:in» kreiert und selbstkorrigierende Arbeitblätter – analoge! – ebenso. Und das alles ist erst der Anfang, am besten fragt Ihr Lars selbst, was da sonst noch alles Interessantes läuft.

Da habe ich ihn gefragt, wie es denn mit den Kolleg:innen so steht. Weil: Es wäre ja denkbar, dass da Kritik und Gegenpositionen wären. Ich habe in vergleichbaren Schulhaussituationen auch schon den Eindruck von Neid gekriegt. Lars sagte rundweg, das alles sei nicht der Fall! Die Kolleg:innen sind positiv interessiert, und machen zugleich vieles anders. Wieso, habe ich gefragt. Er erklärt das damit, dass in diesem Schulhaus verschiedene Lehrpersonen eigene Formen des Unterrichtens finden, durchaus verschiedene. Eine Kollegin hat einen Schulhund dabei, und der spielt eine wichtige Rolle, prägt den Unterricht mit. Eine andere Lehrperson kann ausgezeichnes Skribbeln – auch eine Grundlage für witzige, eingängige, lernwirksame Unterrichtsstunden.

Aus diesem Gespräch mit Lars nehme ich enorm viel mit, das kann man gar nicht alles hier erzählen. Doch diesen Gedanken teile ich gerne: Es könnte sein, dass Schulleitung es leichter hat und mehr erreicht, wenn sie Unterschiede unter den Lehrpersonen vergrössert! Dann auf Vereinheitlichungsversuche folgen nicht immer Erfolgs- und Glücksgefühle, weder bei den Lehrpersonen, noch dann bei den Schulleitungen, und vielleicht auch nicht unbedingt bei den Schüler:innen. Klar, es braucht ein paar Gemeinsamkeiten, ein paar Grundregeln, unbestritten. Gerade wenn diese mal stehen, könnte allerdings die Hauptenergie darauf liegen, dass die Schulleitung ebenso wie das Lehrpersonenkollegium gemeinsam die je eigene Art, den je eigenen Stil, die je eigenen Stärken der verschiedenen Lehrpersonen unterstützt. Feedback und Komplimente so gestalten, dass sie Lehrpersonen motivieren, ihre je ganz besondere Art des Unterrichtens noch weiter zu verbessern. Als Schulhaus stolz sein darauf, dass jede Lehrperson mit ihrer ganz individuellen Kraft Unterricht gestaltet – das könnte Gold wert sein für die Zusammenarbeit. Kritisieren darf man auch, soll man auch, solange das konstruktiv bleibt – nur wird so gesehen Kritik nicht darauf zielen, dass andere es so machen, wie ich es mache, sondern dass andere das, was für sie das Richtige ist, noch besser machen.

Danke, Lars!